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Buch 5: Das Siegel des völligen Lebens

Buch 5 aus Nan Hua Zhen Jing - „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“ von Dschuang Dsi (Zhuangzi). Wikipedia-Artikel zum Stempel in der chinesischen Kultur - Richard Wilhelm gibt an, dass hier eine Stempel-Variante gemeint sei, die aus zwei ineinander passenden Stempeln besteht, welche als Erkennungszeichen verwendet wurden.

Auflistung der Abschnitte

  1. Zehenlos Fürstenberg bei Konfuzius und Laotse
  2. Großer Geist in gebrechlichem Leib
  3. Himmel auf Erden
  4. Die Gaben des Himmels und die Logik

Einzelne Abschnitte

Konfuzius und der hässliche Mensch

Inhalt

Ein Schüler des Konfuzius (hier: Kung Dsi) spricht diesen auf missgestalteten Wang Tai (Herr des Buckels) an, dessen Schüler zahlreicher sind als die des Konfuzius. Doch Wang Tai unterrichtet und belehrt seine Schüler nicht, sondern lebt einfach mit ihnen zusammen - nur durch sein Wesen und seine Haltung (seinem eigenen Schicksal gegenüber) zeigt er Ihnen den Weg auf.

Übersetzungen

Wilhelms Übersetzung ist - wie gehabt - sehr hart und krude und lässt Sprachgefühl missen. Seine christlich-geprägt Diktion ist wiederum offensichtlich, ebenso die Anmutung von Wissenschaftlichkeit bzw. wissenschaftlicher Korrektheit.

Kung Dsi sprach: „Vom Standpunkt der Sonderung betrachtet, gibt es Einzeldinge wie Leber und Galle […]; vom Standpunkt der Gemeinsamkeit betrachtet sind alle Wesen eins. Wer es so weit gebracht hat, der ist in seiner Erkenntnis nicht mehr angewiesen auf die besonderen Sinneseindrücke von Auge und Ohr, sondern sein Herz wandelt dort, wo das Leben Einklang der Dinge schafft. Er sieht die große Einheit und sieht hinweg über die Unvollkommenheit. So betrachtet jener Mann den Verlust seines Fußes, als hätte er einfach ein Stück Erde zurückgelassen.“
Tschang Gi sprach: „Der Mensch arbeitet nur an sich selbst; aus seiner Erkenntnis gewinnt er seine Gesinnung; aus seiner Gesinnung gewinnt er die Beständigkeit seiner Stimmung. Wie kommt es nun, daß auch die anderen so viel von ihm halten?“
Kung Dsi sprach: „Der Mensch besieht sein Spiegelbild nicht im fließenden Wasser, sondern im stillen Wasser.“ Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Richard Wilhelm

Chang Chi leitet die geistige Entwicklung von Wang Tai her, die hierfür verwendeten Begriffe unterscheiden sich bei den einzelnen Übersetzern.

Ch'ang Chi said, „In the way he goes about it, he uses his knowledge to get at his mind, and uses his mind to get at the constant mind. Why should things gather around him?“Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Burton Watson

„In his self-cultivation,“ said Ch'ang Chi, „through knowledge he attains mind, and through mind he attains eternal mind. Why, then, do things gather about him?“ Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Victor H. Mair

  • Wilhelm: Erkenntnis → Gesinnung → Beständigkeit der Stimmung
  • Watson: knowledge → mind → constant mind
  • Mair: knowledge → mind → eternal mind
  • Legge: knowledge → mind → what is unchangeable
  • Graham: wits → heart → unchanging heart
  1. „Erkenntnis“ als Übersetzung von „knowledge“ käme in Frage, wenn es sich um einen philosophischen Kontext handelt - Wang Tai ist kein solcher, sondern ein gewöhnlicher Mensch (nach konfuzianischen Maßstäben ein geringerer Mensch, da ihm der Fuß fehlt (in Folge einer Bestrafung)). Das chin. Original assoziiert hier „Herz“ und „Erfahrung“, die beste Übersetzung sollte „Wissen“ bzw. „Erfahrung“ sein.
  2. Der „mind“ ist mit „Verstand“ am treffendsten übersetzt, vlt. auch „Ansicht“ oder „Gedanke“…
  3. „unchanging/eternal/constant“ „mind/heart“ FIXME

Only what is still can still the stillness of other things. Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Burton Watson

Only stillness can still the hosts who seek stillness. Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Victor H. Mair

it is only the still water that can arrest them all, and keep them (in the contemplation of their real selves).Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von James Legge

Legges Übersetzung könnte korrespondieren mit dem vorhergehenden Satz, den Watson wie folgt übersetzt:

Why should things gather around him?„ Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Burton Watson

Of those which were what they were by the influence of Heaven, the most correct examples were Yao and Shun; Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von James Legge

Alternative Übersetzungsmöglichkeit

Es bestünde die Möglichkeit, den Dialog zwischen zwei Konfuzianisten direkt an deren Diktion orientiert zu übersetzen.

Der Minister und der Sträfling

Zusammenfassung

Ein hoher Minister und ein Ehrloser sind Schüler eines Meisters. Der Minister will nicht zusammen mit dem Ehrlosen gesehen werden beim Verlassen der Schule.

das_siegel_des_voelligen_lebens.txt · Zuletzt geändert: 2011/07/19 09:10 von hkolbe