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Buch 12: Himmel und Erde

Buch 12 aus Nan Hua Zhen Jing - „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“ von Dschuang Dsi (Zhuangzi). Aus der Wortwahl der Abschnitte 2 und 3, welche von den „Worten des Meisters“ sprechen geht schon hervor, dass sie nicht von Dschuang Dsi (Zhuangzi) verfasst wurde, sondern Schulprodukt sind.

Schlimmer noch: In diesem Kapitel werden in daoistischen Worten mitunter konfuzianistische Konzepte gepriesen, von denen sich Dschuang Dsi (Zhuangzi) klar, deutlich und höchst spöttisch distanziert hat (Tugend, Herrschaft des Weisen, Respekt gegenüber den Eltern).

Dieses Buch gehört dann auch zu den sog. „Himmel-KapitelnFIXME - der Konfuzianismus verwendet mit Vorliebe das Bild des Himmels, der Daoismus verwendet das Bild des Weges.

Übersetzungstechnisch ist dieses eine der schwächsten Werke von Richard Wilhelm.

Auflistung der Abschnitte

  1. Wirksamkeit der Ideale
  2. Der König des Lebens
  3. Die Zauberperle
  4. Untauglich zur Weltherrschaft
  5. Der Grenzwart des Blumenlandes
  6. Graf Hoch von Vollkommen
  7. Lebensgeheimnisse
  8. []
  9. []
  10. Der Ziehbrunnen
  11. Sprosskraft und Wirbelwind
  12. Verblendung

Einzelne Abschnitte

2. Vom höchsten Gut

Während sich Wilhelm in der Übersetzung verheddert, zeichnet Merton ein klareres Bild von der Haltung des „Weisen“, des „Kingly Man“.

And so he [the Kingly Man] lets the gold lie hidden in the mountains
Leaves the pearl lying in the deep.
Good and possessions are no gain in his eyes,
He stays far from wealth and honor.
Long life is no ground for joy, nor early death for sorrow,
Success is not for him to be proud of, failure is no shame. Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Thomas Merton, „The Way of Chuang Tzu“ (New Directions, 1965), S. 72

13. Unholdfrei und Arglos

FIXME dt. Text komplett

In the age when life on earth was full, no one paid any special attention to worthy men, nor did they single out the man of ability. Rulers were simply the highest branches on the tree, and the people were like deer in the woods.
They were honest and righteous without realizing that they were „doing their duty“. They loved each other and did not know that this was „love of neighbor“. They deceived no one yet they did not know that they were „men to be trusted“. They were reliable and did not know that this was „good faith“. They lived freely together giving and taking, and did not know that they were generous. For this reason their deeds have not been narrated. They made no history.

Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Thomas Merton, „The Way of Chuang Tzu“ (New Directions, 1965), S. 76

15. Unbewusste Verstrickung

Bedeutsamer als die Unterschiede in der Moral ist, dass die Moral eine Entfremdung des Menschen von seiner ursprünglichen Art ist.

Opferschalen und Abfälle im Graben sind wohl verschieden in Beziehung auf ihre Schönheit;
in Beziehung darauf aber, dass sie ihre ursprüngliche Art verloren haben, sind sie gleich.
Die Räuber und Tugendhelden sind wohl verschieden an Moral;
aber darin, dass sie ihre ursprüngliche Art verloren haben, sind sie einander gleich.

Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Richard Wilhelm

If we compare the sacrificial vessels with the wood in the ditch
We find them to differ in appearance:
One is more beautiful than the other
Yet they are equal in this: both have lost their original nature.
So if we compare the robber and the respectable citizen
You find that one is, indeed, more respectable than the other:
Yet they agree in this: they have both lost
The original simplicity of man.

Dschuang Dsi (Zhuangzi) - Übersetzung von Thomas Merton, „The Way of Chuang Tzu“ (New Directions, 1965), S. 78

himmel_und_erde.txt · Zuletzt geändert: 2010/08/10 09:10 von hkolbe